Pfarrbrief 2018/03

9 Eucharistie und Wein hinein in Leib und Blut Christi. Es vollzieht sich eine innere Wesensver- wandlung, die jedoch chemisch nicht über- prüfbar ist. Eine Wesensverwandlung, die – das muss man als Katholik zugeben – eine Sache des Glaubens bleibt. Wie sehr zu manchen Zeiten diese Verwandlung als ein zauberhaftes Geschehen missverstan- den wurde, zeigt der berühmte Zauber- spruch „Hocus Pocus“, der wohl aus den lateinischen Wandlungsworten abgeleitet ist: „Hoc est enim corpus meum“. Die Größe des Schatzes, den uns Jesus in der Heiligen Messe gegeben hat, erschließt sich nicht allein im Geschehen der Wandlung, wo Jesus Christus in Brot und Wein gegenwärtig wird. Vielmehr ist die Frage zu stellen, was Jesus bewo- gen haben mag, im Abendmahlsaal den Aposteln den Auftrag zu geben: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Jesus wollte ganz sicher nicht einen Zauberspruch hinterlassen, sondern er wollte gegen- wärtig sein in unserem Leben. Gegen- wärtig sein nicht einfach so, sondern mit seiner Hingabe, mit seiner Liebe. Denn in der Heiligen Messe feiern wir Jesu Leiden, Tod und Auferstehen. Es geht dabei nicht um eine bloße Erinne- rungsfeier, sondern Tod und Auferste- hen Jesu wird gegenwärtig gesetzt. Jesus hat die Heilige Messe hinterlas- sen, um uns seine Liebe zu zeigen. Seine Liebe, die bis zum Letzten geht, dem schmählichen Tod am Kreuz, die aber auch so weit reicht, dass er mitten in unserem Leben gegenwärtig sein will. Jesus sucht unsere Nähe über alle Zeiten hinweg. Er will uns durch seinen Leib und sein Blut begegnen, uns besuchen, bei uns wohnen. Die Heilige Messe ist deshalb ein Vorausgeschmack des Himmels, wo wir ganz mit Gott vereint sein werden und mit ihm Mahl halten dürfen. Jesus gibt sich uns als Speise. Wir dürfen seinen Leib essen und sein Blut trinken. Das Brot darf dabei durchaus für unse- ren manchmal schweren Alltag und der Wein für die beschwingten Zeiten unseres Lebens stehen. Näher und inniger kann Liebe nicht sein. Aus diesem Grund nannten die Christen seit alters her die Heilige Messe griechisch Eucharistie, was Danksagung bedeutet. Danksagung für dieses große Geschenk der Liebe Jesu. Äußerlich bleibt es dabei: „Des mit den Oblaten.“ Für uns Katholiken aber ist es der größte Schatz, den wir haben: Jesus Christus selbst in Gestalt von Brot und Wein. Kaplan Johannes Prestele

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