Pfarrbrief 2018/03
6 Diakonat Ständiger Diakonat Geschichte und Handlungsfelder Der Diakon hat seinen Ursprung und sein Vorbild in der Person Jesu selbst, der sich als Diener (griechisch: diakonos) gese- hen hat. Diakone sind also Diener der Sache Jesu für Gott und die Menschen. Erstmals erwähnt der Apostel Paulus im Grußwort des Philipperbriefs »Episkopen und Diakone« (Phil 1,1) . Ein Hinweis darauf, dass schon um 55 n.Chr. der Dienst des Diakons in der Kirche Gestalt annimmt. Ab dem 2. Jahrhundert zählt Hippolyt von Rom (†235) die Diakone zu denen, die durch Handauflegung und Gebet durch den Bischof geweiht werden. Mit der Zeit wird das Profil des Diakons unscharf und der Diakonat entwickelt sich zu einem Durchgangsstadium auf dem Weg zum Priesteramt. Der Gedanke, den Ständigen Diakonat in der Kirche wieder neu zu beleben, ist schon im Vorfeld des Zweiten Va- tikanischen Konzils (1962-1965) ent- standen. Das Konzil hat den Diakonat dann als ständigen Rang im kirchlichen Weiheamt (Diakon/Priester/Bischof) durch Abstimmung am 21. Novem- ber 1964 wiedereingeführt und auch für verheiratete Männer geöffnet. „Mit sakramentaler Gnade gestärkt, dienen sie [die Diakone] dem Volke Gottes in der Diakonie, der Liturgie des Wortes und der Liebestätigkeit in der Gemeinschaft mit dem Bischof und sei- nem Presbyterium.“ (Lumen gentium 29) Am 20. Juli 1969 weiht Bischof Dr. Josef Stimpfle in Dillingen drei verhei- ratete Männer zu den ersten Ständigen Diakonen der Kirche von Augsburg. Der Diakon öffnet Räume für die Begeg- nung mit Gott. Sein Dienst ist nicht auf die Mauern der Kirche oder die Grenzen der Pfarrei beschränkt. Er geschieht überall dort, wo der Diakon lebt und arbeitet. Wenn er eine Aufgabe in der Kirche und in ihrem Namen übernimmt, sucht er die Orte, die nicht im Blickfeld von Gesellschaft und Kirche stehen und weiß sich vor allem zu den Menschen gesandt, die Hilfe brauchen. Dort wirkt er durch seine Gegenwart, Tatkraft und seine Initiativen apostolisch. Diakone können ihren Dienst im Haupt- beruf ausüben oder in Verbindung mit einem Zivilberuf. So leben die Diakone ihre eigene Berufung und ihr Diakon-Sein mitten unter den Menschen, mit denen sie arbeiten und unterwegs sind. Diese Erfahrungen und Kompetenzen – bei Verheirateten zudem die gelebte Wirklich- keit in der Familie – bringen sie in ihren diakonischen Dienst in der Pfarrgemeinde, in Gottesdienst und Verkündigung ein. Diakonischer Dienst geht aus der Eucharistie hervor und mündet in sie ein. So helfen die Diakone mit, dass sich der Dienst am Nächsten mit dem Dienst am Altar verbindet. Der Diakon ist Zeichen des dienenden Christus und der dienenden Kirche. Arbeitsstelle Ständiger Diakonat Vom 21. bis 23. 9. 2018 zeigen wir in Herz Jesu die Ausstellung „50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Augsburg“. Zur Ausstellungseröffnung ist dazu am Freitag, 21. 9. 2018, um 20 Uhr ein Vortrag von Diakon Dr. Edgar Krumpen.
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